Samuel, 34, arbeitet im Pflegeheim St. Anna in München-Schwabing. Seine Schicht endet um 22 Uhr, das Squad-Training beginnt um 22:30 am Olympiapark. Drei Stationen mit der U2. Das geht nur auf, wenn der Dienstplan es weiß.
Der Wunschdienstplan ist bei Promedis24 kein Goodwill, sondern eine Software. Samuel trägt dort ein, was nicht verhandelbar ist: mittwochs keine Spätschicht, im Juni keine Wochenenden, im November eine Phase Dauernachtwache. Der Dezember soll frei bleiben.
Mühe geben lässt sich nicht messen. Ein Eintrag im Dienstplan schon.
Der Juni steht seit März. Hochzeit des Bruders, ein Fallschirm-Wochenende in Eichstätt, dazwischen eine Hochzeit im Freundeskreis. Nichts davon ist spontan entstanden, und genau deshalb konnte es früh in die Planung.
Bei seinem vorherigen Arbeitgeber hieß es: Wir geben uns Mühe. Samuel ist gewechselt, weil Mühe kein Kriterium ist, an dem man einen Sonntag festmachen kann. Ein Eintrag im System dagegen schon.
Was daraus für die Planung folgt, ist unspektakulär: Wer früh sagt, was feststeht, bekommt es meistens. Wer wartet, bis der Plan aushängt, verhandelt gegen einen fertigen Plan.





