Sinan, 30, arbeitet in Hannover in der Heilerziehungspflege, in einer Wohngruppe für Erwachsene. Eine frühere Kollegin aus der Ausbildung hat ihn im Sommer gefragt, wie das bei ihm eigentlich läuft; sie überlegte, ob sie ihre Stelle wechselt. Aus dieser Frage wurde ein längeres Gespräch und daraus, Monate später, eine Empfehlung.
Was Sinan erzählt hat, war weder ein Prospekt noch eine Warnung. Er hat beschrieben, wie sein Monat entsteht: was er in den Wunschplan einträgt, was davon regelmäßig aufgeht und was er dafür rechtzeitig sagen muss. Er hat auch gesagt, was ihn stört, weil eine Empfehlung ohne den zweiten Teil keine ist.
Er hat nichts weitergegeben, was ihr gehört. Sie hat sich selbst beworben und ihn dabei genannt.
Was er nicht getan hat: ihre Nummer weitergeben. Das Programm ist so gebaut, dass die empfohlene Person sich selbst bewirbt und dabei angibt, wer sie geschickt hat. Damit bleiben die Daten bei der Person, um die es geht, und niemand steht in einem Bewerbungsverfahren, von dem er nichts weiß.
Der Weg hat drei Schritte, und keiner davon liegt bei Sinan allein. Er empfiehlt, indem er von seiner Arbeit erzählt. Die empfohlene Person bewirbt sich und nennt ihn in ihrer Bewerbung. Bleibt sie im Team, folgt die Prämie gestaffelt nach ihrer Betriebszugehörigkeit; die Einzelheiten stehen in den Teilnahmebedingungen von Promedis24.
Teilnehmen können alle aktiven Mitarbeitenden, ausgenommen Verwaltung, Recruiting und andere zentrale Funktionen. Für Sinan war das nicht der Grund, mit ihr zu reden — vom Programm hat er erst erzählt, als sie zum zweiten Mal nachgefragt hatte. Der Reihenfolge nach war zuerst die Frage da und dann die Prämie.
Zusammen arbeiten die beiden nicht: andere Stadt, andere Einrichtung, andere Gruppe. Sie telefonieren trotzdem öfter als vorher, meistens sonntagabends, meistens über Dienstpläne. Das ist der unspektakuläre Teil einer Empfehlung — sie endet nicht mit der Unterschrift.





