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Studie: Ärmere Kinder kriegen seltener einen Kitaplatz!

Soziale Ungleichheit fängt schon bei den Kleinsten an – das zeigt eine aktuelle Studie, die sich damit beschäftigt, wie gerecht in Deutschland Kitaplätze verteilt sind. Das erschreckende Ergebnis: Tatsächlich erhalten weitaus weniger Kinder aus ärmeren oder bildungsfernen Verhältnissen einen Betreuungsplatz, als ihre Altersgenossen aus einem nicht prekären Haushalt. Außerdem sind Kinder im Nachteil, in deren Familien kein Deutsch gesprochen wird. Allegemein haben Muttersprachler klar die Nase vorn bei der Vergabe eines Platzes in der Kita.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB). Und das, obwohl es in Deutschland seit nunmehr zehn Jahren einen Rechtsanspruch auf Betreuung in einer Kindertagesstätte gibt ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Und trotzdem scheint es stark davon abzuhängen, wie die Familiensituation des jeweiligen Kindes aussieht. Die Expert*innen untersuchten unter anderem die Daten zur Kitanutzung von etwa 96.000 unter Dreijährigen.

Ein Riesenproblem: Es gibt nicht genug Kitaplätze

Die Forschenden forderten mit Blick auf den Bildungsgipfel der Bundesregierung, der am 14. und 15. März stattfindet, Zugangsbarrieren zu frühkindlicher Bildung insbesondere für solche Kinder abzubauen, die zu Hause kein Deutsch sprechen.

Laut der Studie wurde 2020 nur jedes vierte armutsgefährdete Kind unter drei Jahren in einer Kita betreut – allerdings jedes zweite Kind aus finanziell nicht prekären Verhältnissen. Ein ähnliches Muster zeige sich bei Familien mit Migrationshintergrund. Während 38 Prozent der deutschsprachigen Kinder eine Kita besuchten, waren es nur 24 Prozent der Jungen und Mädchen aus Familien, die zu Hause kein Deutsch sprechen. Dabei äußerten etwa 50 Prozent dieser Familien ihren Bedarf – aber nur jedes zweite Kind erhielt einen Platz.

Sozial benachteiligte Kinder brauchen die Kita besonders

„Die Kita ist der erste wichtige Bildungsort außerhalb der Familie“, sagte BiB-Direktorin Katharina Spieß. Nach wie vor seien in der Kita in den Gruppen für die unter Dreijährigen aber diejenigen unterrepräsentiert, die davon besonders profitieren könnten.

„Dadurch können in den ersten Lebensjahren viele Kinder ihre Bildungspotentiale nicht entfalten.“ Schon manchmal lautete das Argument, dass Familien aus bestimmten sozialen Milieus ihre Kinder gar nicht in die Kita schicken wollten. Das stimme absolut nicht, betonte Spieß.

Warum ergattern also Menschen mit Migrationshintergrund oder aus bildungsfernen Schichten seltener einen Platz? Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, doch häufig scheint es daran zu liegen, dass sie schlicht nicht genau wissen, wie man am besten vorgeht – etwa, sich bei mehreren Einrichtungen gleichzeitig zu bewerben. Auch das Herumtelefonieren, Rumfragen und Vernetzen fällt natürlich denen leichter, die die Sprache beherrschen. Und da die Plätze sowieso rar gesät sind, ziehen priviligierte  Familien einfach an denen mit gesellschaftlichen Nachteilen vorbei.

Mehr Informationen und Ansprache für sozial benachteiligte Familien

Die BiB-Direktorin schlägt unter anderem vor, Familien niedrigschwellig über die Vorteile eines frühen Kitabesuchs zu informieren oder sie bei der Suche nach Betreuungsplätzen aktiv zu unterstützen. Außerdem müsse die Anzahl der Plätze weiter ausgebaut werden. Der bundesweite Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in der Kindertagespflege ab dem ersten vollendeten Lebensjahr wurde zum 1. August 2013 eingeführt.

Mehr Chancengleichheit bei der Kitaplatz-Vergabe

Bund, Länder und Kommune betonen regelmäßig, dass die Schaffung von mehr Kitaplätzen für sie hohe Priorität hat. Was darüber hinaus wichtig wäre: Diese Plätze sollten gezielt dort entstehen, wo die Kinderarmut besonders groß ist und wo Kinder von einer solchen Förderung besonders profitieren würden. Sonst werden diese Mädchen und Jungen schon vor Schulbeginn systematisch abgehängt.  
Kommunen und Träger befinden sich dabei allerdings in einem Dilemma: Sie müssten für ein Angebot werben, von dem sie wissen, dass es nicht für alle reicht. Allerdings wäre es möglich, zumindest die vorhandenen Plätze vor Ort sozial chancengerechter zu vergeben. Eine Möglichkeit könnten etwa speziell programmierte Algorithmen sein, die in manchen Landkreisen bereits erprobt werden.

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