Mehr Respekt für die Retter in der Not!

Was wären wir ohne unsere tatkräftigen Rettungskräfte? Zu mehr als 2,2 Millionen Notfallrettungen rücken sie jedes Jahr allein in Deutschland aus! Dabei ist ihr Job oft auch belastend. Die Helfer treffen auf Unfälle, menschliche Schicksale und schlimme Katastrophen. Und nicht zuletzt: Viele Rettungskräfte, vor allem Notärzte, Sanitäter und Rettungsassistenten, werden bei ihrer Arbeit behindert und angegriffen.

Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Hilfsmöglichkeiten und Maßnahmen, um die Situation zu verbessern. Gefühlt hat sich die Zahl der Attacken gegen die Retter in der letzten Zeit erhöht. Die Angriffe scheinen brutaler zu werden. Eine relevante Zunahme lässt sich allerdings durch Zahlen nicht belegen, wie eine 2018 veröffentlichte Studie der Ruhr Universität Bochum ergab. Nur 812 der rund 4000 befragten Feuerwehr- und Rettungskräften hatten allerdings die Fragebögen ausgefüllt. Generell ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. So oder so: Jeder Angriff auf Rettungskräfte ist einer zu viel!

Hilfe für Rettungskräfte vor Ort und nach dem Einsatz

Zum Glück muss kein Retter seine Erlebnisse allein verarbeiten. Bei größeren Katastrophen sorgen Kriseninterventionsteams und Seelsorger für psychologische Ersthilfe und ein Gefühl der Sicherheit. Denn als frühe Zeugen gelten Rettungskräfte als Risikogruppe für traumatische Störungen. Doch auch Attacken gegen die Einsatzkräfte selbst können psychische Erkrankungen auslösen. Zu typischen Anzeichen einer Störung zählen etwa Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und erhöhte Schreckhaftigkeit. Experten empfehlen, jeden Angriff anzuzeigen, um einem Ohnmachtsgefühl der Opfer vorzubeugen.

Erkrankungen, die sich bei Rettungskräften aufgrund belastender Situationen entwickeln können, sind etwa posttraumatische Belastungsstörungen, depressive Phasen und Burnout, Ängste und psychosomatische Erkrankungen. Doch es gibt eine ganze Reihe von Hilfsmöglichkeiten. Dazu gehören unter anderem:

  • Psychotherapie
  • Verhaltens- und Traumatherapie
  • Meditation
  • Physiotherapie
  • Bewegungstherapie

Stärkung der Retter durch Kampagnen und Prävention

Um das gesellschaftliche Klima gegenüber Rettungskräften zu verbessern, startete das Bundesinnenministerium die Kampagne „Stark für Dich. Stark für Deutschland“. Damit möchte sie den Respekt gegenüber denen stärken, die „tagtäglich ihren Kopf für uns hinhalten“. Die Kampagne betont zudem die außerordentliche Bedeutung der Rettungskräfte für die Gemeinschaft.

Auch Selbstverteidigungstechniken und Prävention sind wichtige Bausteine zur Stärkung der Rettungskräfte. Ein wichtiger Aspekt ist hier insbesondere das Deeskalationstraining. Zur neuen, dreijährigen Ausbildung zum Notfallsanitäter gehören bereits 200 Stunden Unterricht in Kommunikation. Wie überall liegt auch bei Rettungseinsätzen eine gewisse Gefahr in der Routine. Insbesondere auch im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen ist daher ein sensibler Umgang ratsam. Bei der Polizei sind Konflikt- oder Kommunikationsmanager bereits erfolgreich im Einsatz.

Rohe Sitten: Pöbeln, Spucken und Gewalt

Das Spektrum der Angriffe gegen Rettungskräfte ist breit und reicht von verbalen Ausfällen übers Anspucken bis hin zu Sachbeschädigung und tätlichen Angriffen gegen Personen durch Tritte, Schubsen, Schläge oder sogar Waffen. Das größte Risiko, angegriffen zu werden, besteht bei nächtlichen Einsätzen in Großstädten und vor allem während der Diagnose- oder Therapiemaßnahmen. Nach der Studie der Ruhr-Uni Bochum haben 92 Prozent der Rettungskräfte angegeben, in den vergangenen zwölf Monaten beleidigt oder bedroht worden zu sein. Jeder Vierte gab an, körperlich angegriffen worden zu sein. Von diesen habe ein knappes Drittel den Übergriff jedoch nicht gemeldet.

Häufig ist bei den Tätern Alkohol im Spiel. Als weitere Gründe für die Angriffe werden unter anderem vermutet:

  • Das Bedürfnis, Unfallfotos mit dem Handy aufzunehmen (Gaffer-Mentalität)
  • Eine allgemeine Tendenz zur Verrohung / Verlust an Empathie (raueres Klima)
  • Die Einordnung der Rettungskräfte als uniformierte Staatsgewalt
  • Allgemeiner Verlust von Anerkennung / Respekt gegenüber Rettungskräften
  • Routine / Abstumpfen bei den Rettungskräften

Rechtlich können die Behinderung von Rettungskräften bzw. Angriffe auf Rettungskräfte oder deren Ausrüstung verschiedene Tatbestände des Strafgesetzbuchs erfüllen, etwa Unterlassene Hilfeleistung nach Paragraf 323c StGB, Widerstand oder tätlicher Angriff gegen Vollstreckungsbeamten gleichstehende Personen nach Paragraf 115 StGB oder auch Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel nach Paragraf 305a StGB. Im Jahr 2017 wurden Vorschriften zum Schutz der Rettungskräfte verschärft. Ob höhere Strafen auf irrational handelnde Täter abschreckend wirken, wird jedoch bezweifelt

Vorbeugen durch deeskalierende Kommunikation

Besser ist es, vor Ort Widerstand gar nicht erst aufkommen zu lassen und Angriffen vorzubeugen. Hierfür kann es hilfreich sein, von vornherein deeskalierend zu kommunizieren und gegebenenfalls den Rückzug anzutreten, um eine Eskalation zu vermeiden. Zur deeskalierenden Kommunikation gehört unter anderem:

  • Ruhe bewahren
  • Die Stimmung vor Ort erfassen
  • Freundlich und respektvoll, nicht herablassend auftreten
  • Notwendige Maßnahmen erläutern
  • Personen ansprechen, Blickkontakt halten

Zu den Schulungsinhalten von Selbstschutz- und Präventionstrainings gehören unter anderem:

  • Rechtliche Bestimmungen zur Notwehr
  • Kommunikative Deeskalationstechniken
  • Präventiver Selbstschutz
  • Sinnvolle Hilfsmittel / Ausrüstungen
  • Ursachen von Gewalt und Aggression
  • Körpersprache und Herstellen von Abstandszonen
  • Typische Situationen, Täter und Suchtmittel

Um die Situation der Rettungskräfte zu verbessern, kann also insgesamt viel getan werden, sowohl in der konkreten Unterstützung der Rettungskräfte als auch generell in der Gesellschaft. Viele Maßnahmen sind bereits ergriffen worden, doch für die Zukunft bleibt auch noch einiges zu tun. Packen wir es an!

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Die Personalprofis von Promedis24 tun schon jetzt alles, um ihren Rettungskräften das Leben so angenehm wie möglich zu machen – und zwar mit Hilfe von Jobs, die perfekt auf die individuellen Bedürfnisse der Helfer in der Not abgestimmt sind. Wir wissen, dass es unsere wichtigen „Retter mit Herz und Gaspedal“ immer wieder mit belastenden Situationen zu tun bekommen. Daher entlasten wir sie von vornherein durch maßgeschneiderte Arbeitszeiten, verbindliche Dienstpläne, Zuschüsse zu den Öffentlichen und viele weitere Vorteile.

Wir von Promedis24 sind leidenschaftliche Gernhelfer, die sich darauf spezialisiert haben, jeden Job mit einer Prise Goldstaub zum Funkeln zu bringen. Wir kennen die individuellen Bedürfnisse unserer Mitarbeiter und verbinden sie mit den spannendsten Stellen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich. Ganz egal, ob wir es mit frischgebackenen Eltern, Nachteulen, Early Birds oder auch Beziehungspendlern zu tun bekommen: Wir fügen liebevoll zusammen, was zusammen gehört und erschaffen wahre Traumjobs, die berufsglücklich und rundum zufrieden machen – auch wenn der Job immer wieder Herausforderungen mit sich bringt, wie sie bei den Herzmenschen aus der Rettungsbranche nicht ausbleiben.

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