Gute-Kita-Gesetz: 5,5 Milliarden für die Kinderbetreuung

Schon seit einigen Jahren versuchen Bund und Länder in Deutschland, die Kinderbetreuung zu verbessern. Mit dem am ersten Januar 2019 in Kraft getretenen Gute-Kita-Gesetzt ist ein weiterer Meilenstein hinzugekommen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey feiert es als Instrumentenkasten, der vielfältige Ansatzpunkte bietet – entsprechend den unterschiedlichen Bedingungen in den verschiedenen Bundesländern.

Mit fünfeinhalb Milliarden Euro will der Bund die Länder bis 2022 unterstützen. Die Länder sollen selbst entscheiden, in welches der zehn vorgegebenen Handlungsfelder sie investieren möchten. Hierzu sollen sie dann individuelle Verträge mit dem Bund schließen. Bremen hat am 25. April 2019 als erstes Bundesland seinen Gute-Kita-Vertrag unterzeichnet. Brandenburg und das Saarland sollen bald folgen. Bis 2022 stehen dem Land Bremen nun rund 45 Millionen Euro zur Verbesserung Situation in der Kinderbetreuung zur Verfügung. Diese will der Stadtstaat einsetzen für einen besseren Betreuungsschlüssel, die Fachkräftesicherung und -Gewinnung, sprachliche Bildung, Kindertagesbetreuung sowie die Entlastung von Gebühren.

Das Gute-Kita-Gesetz und was bisher geschah

Bereits seit gut zehn Jahren wird die Kinderbetreuung in Deutschland aktiv ausgebaut. Ein gesetzlicher Anspruch auf einen Betreuungsplatz besteht seit August 2013. Im Rahmen eines Investitionsprogramms zahlte der Bund bis 2014 mehr als fünf Milliarden Euro für die Kinderbetreuung. Für Instandhaltung und Ausbau bestehender Kindertagesstätten floss darüber hinaus ein dreistelliger Millionenbetrag.

Seit 2016 laufen die Vorbereitungen für das Gute-Kita-Gesetz von Familienministerin Giffey, die mit einem mehrjährigen Dialogprozess begannen. Am 18. Oktober 2018 wurde es dem Bundestag erstmals vorgestellt. Nach mehreren Beratungen im Bundesrat wurde das Gesetz am 31. Dezember 2018 verkündet. Seit dem 1. Januar 2019 ist es in Kraft. Ab dem 1. August 2019 sollen zusätzlich zu den Familien, die Sozialleistungen beziehen, auch weitere Familien von Kitabeiträgen befreit werden – etwa wenn sie Wohngeld oder einen Kinderzuschlag beziehen.

Maßnahmen aus dem Gute-Kita-Baukasten

Das Gute-Kita-Gesetz gibt zehn Handlungsfelder vor, in die die Länder investieren können. Die Verhandlungen zwischen Bund und Länder haben laut Giffey gezeigt: Fast alle Maßnahmen wurden bereits ausgewählt. Zudem zeichne sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gebührenentlastung und Qualitätsverbesserung ab. Der Großteil der Mittel fließe in die Verbesserung der Kitas. Die Handlungsfelder reichen von guten Betreuungsschlüsseln über gesundes Essen bis hin zu Qualitätsnetzwerken und Teamarbeit. Detailliertere Informationen finden sie hier.

Die Maßnahmen im Einzelnen:

  • Bedarfsgerechtes Angebot mit erweiterten Öffnungszeiten, das auch die Bedürfnisse von Eltern im Schichtdienst berücksichtigt
  • Ein besserer Betreuungsschlüssel
  • Das Gewinnen und Halten qualifizierter Fachkräfte
  • Eine starke Kita-Leitung zur Qualitätssicherung und als Ansprechpartner für die Eltern
  • Gesundes Aufwachsen durch gutes Essen sowie viel Zeit, Platz und Bewegung
  • Sprachliche Bildung
  • Bessere Qualifizierung und bessere Arbeitsbedingungen für Tagesmütter und Tagesväter (Kindertagespflege)
  • Teamarbeit und Netzwerke für mehr Qualität und Effizienz
  • Vielfältige pädagogische Arbeit und maßgeschneiderte Förderungen
  • Verringerung von Gebühren

Wie steht es um Gebühren und Betreuungsschlüssel?

Zu den Zielen des Gute-Kita-Gesetzes zählt unter anderem die Verbesserung des Betreuungsschlüssels. Allerdings macht das Gesetz hierzu keine verbindlichen Vorgaben. In fernerer Zukunft sollen diese allerdings folgen. Aktuell werden bei den unter Dreijährigen von einem Erzieher im Westen 3,6 Kinder und im Osten sechs Kinder betreut. Bei den über Dreijährigen liegt der Betreuungsschlüssel im Westen bei 1:8,4 und im Osten bei 1:11. Empfohlen wird für Krippenkinder ein Schlüssel von 1:3 und für Elementarkinder ein Schlüssel von 1:7,5.

Da die Kinderbetreuung Ländersache ist, fallen die Gebührenregeln überall unterschiedlich aus. Das Gute-Kita-Gesetz fordert allerdings, dass die Beiträge überall nach Einkommen und Betreuungszeit sowie nach der Anzahl der betreuten Kinder gestaffelt sein sollen. Durch die oben erwähnte Befreiung von Gebühren für bestimmte Elterngruppen sollen insgesamt 1,2 Millionen Kinder einen Anspruch auf beitragsfreie Betreuung erhalten.

Fehlende Erzieher – und was helfen könnte

Bis zum Jahr 2025 sollen rund 190.000 ausgebildete Erzieher fehlen. Das Gute-Kita-Gesetz kann zwar auch nicht zaubern, doch immerhin könnte der Beruf des Erziehers durch die geförderten Verbesserungen attraktiver werden – etwa durch bessere Betreuungsschlüssel. Zusätzlich zum neuen Kita-Gesetz hat Familienministerin Giffey eine Fachkräfteoffensive angestoßen, für die sie bis 2022 rund 300 Millionen Euro ausgeben will. Sie möchte erreichen, dass überall in Deutschland das Schulgeld durch eine Ausbildungsvergütung ersetzt wird.

Ab sofort können sich die ersten Kita-Träger für die Förderung durch dieses Bundesprogramm mit dem Titel „Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher“ bewerben. Seit dem 26. März 2019 läuft das Onlineverfahren. Zu den Schwerpunkten der Fachkräfteoffensive zählen:

  • Die praxisintegrierte vergütete Ausbildung
  • Eine Praxisanleitung durch professionelle Begleitung der Fachschüler
  • Aufstiegsbonus für Profis nach Weiterqualifikation

Insgesamt soll die Fachkräfteoffensive 5000 vergütete Ausbildungsplätze fördern, die Hälfte davon bereits ab dem Ausbildungsjahrgang 2019/2020, die zweite im folgenden Jahrgang. Die Fachkräfteoffensive soll nach dem Prinzip funktionieren: „Buy one, get one free“.

Promedis24 macht Erzieher schon jetzt berufsglücklich

Es besteht begründete Hoffnung, dass die Fachkräfteoffensive und das Gute-Kita-Gesetz schnell Früchte tragen. Auch Promedis24 setzt sich seit vielen Jahren für bessere Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher sowie die vielen pädagogischen Hilfskräfte in den Kindertagesstätten ein: durch maßgeschneiderte Jobs, die sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Hilfs-, Fach- und Führungskräfte orientieren.

Bei Promedis24 findet jeder zu seinem Berufsglück – egal, ob er neben seinem Job in der Kita auch noch Haustiere, hilfsbedürftige Eltern oder kleine Kinder zu betreuen hat. Wollen Sie mehr erfahren? Dann kontaktieren Sie uns – jederzeit!

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