Wütende Pfleger: Die YouTube-Serie „Ehrenpflegas“ erntet Shitstorm

Lust auf den Pflegeberuf machen – das sollte die Miniserie „Ehrenpflegas“. Doch das ging nun voll nach hinten los, denn insbesondere Pflegekräfte sind "not amused"!
Produziert wurde der Fünfteiler von keinem Geringeren als dem Bundesfamilienministerium mit dem Ziel, zu zeigen, wie „cool“ es ist, Pflegefachkraft zu werden. Eigentlich eine tolle Idee, wenn man bedenkt, dass laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft bis 2030 tatsächlich rund 190.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt werden. Das Image der Branche könnte ruhig ein wenig aufpoliert werden. Das sehen auch die in der Pflege tätigen Herzmenschen so, die sich über mehr Nachwuchs in dem Berufsfeld sehr freuen würden.

„Ehrenpflegas“: Loser Boris macht die Pflegeausbildung

Dazu soll nun „Ehrenpflegas“ beitragen – und dafür nahm die Regierung richtig Geld in die Hand! 700.000 Euro kostete die Serie, deren Folgen jeweils fünf Minuten dauern. Die Hauptrollen besetzen Netflix-Jungschauspieler Lena Klenke („Dark“) und Danilo Kamperidis, bekannt aus „How to Sell Drugs Online (Fast)“ Und damit das Ganze auch ein Erfolg wird, arbeiteten die Produzenten des Kino-Hits „Fack Ju Göhte“ mit.
Die Geschichte ist denn auch stark daran angelehnt: In „Fack Ju Göhte“ wird ein Loser-Typ plötzlich Lehrer, in „Ehrenpflegas“ landet die Hauptfigur Boris auch eher zufällig auf der Pflegeschule. Motivation? Arbeitsethos? Idealismus? Keine Spur. Boris betont: „Ausbildung heißt bei mir, ich mach die Probezeit, hab dann einen Vertrag und sch… dann drauf. Kassier mein Cash und chill wie ein Maulwurf.“

Die Handlung dreht sich um Boris und zwei weitere Mädchen, mit denen er die neue generalistische Pflegeausbildung beginnt („General klingt geil – wie Panzergeneral!“) Doch der Zuschauer erfährt eher wenig über deren Inhalte. Überhaupt ist der Informationsgehalt reichlich dürftig, sodass es nicht ganz klar wird, warum es sich denn nun lohnt, Pflegefachkraft zu werden. Die drei Pflegeschüler, die im Mittelpunkt stehen, entsprechen jedenfalls jedem Klischee: Die Brillenschlange, die immer liest und die süße, kecke Miray, auf die Boris abfährt. Und eben Boris selbst. Und der ist einfach ohne Worte. Warum also soll „Ehrenpflegas“ dazu beitragen, den Pflegeberuf attraktiver zu machen? Abgesehen von Fremdschäm-Humor und viel zu übertriebenem Jugendslang hat die Regierungsproduktion nicht allzu viel zu bieten.

Massenweise Kritik und Spott aus dem Netz

Und das wird nun bestraft – mit einem ausgewachsenen Shitstorm auf den Social-Media-Accounts des Familienministeriums. So schreibt Twitter-User Nicolas: „Ausnahmslos ALLE meine KollegInnen und ich schütteln mit dem Kopf und haben Glück, dass er nicht abfällt... Nach DEM Video würde ich mich als Azubi-Interessent ganz schnell nach etwas Anderem umsehen...“ Nutzerin mum_nurse schreibt: „Ich bin absolut fassungslos welches Bild ihr da zeichnet und ich bin erst bei Folge 2...“

Kritisiert wird die Serie vor allem von Menschen, die in Pflegeberufen tätig sind und wissen, was alles dazugehört. Angeprangert wird die vertane Chance, Jugendliche wirklich zu erreichen. Aber auch, dass Pflegende nicht ernstgenommen werden. Der Humor, den das Familienministerium als absichtlich etwas „überspitzt“ bezeichnet, wird eher als stupide empfunden. Vielen stößt zudem der Umgang mit Patienten auf, der in „Ehrenpflegas“ dargestellt wird. Dieser sei respektlos und spiegele nicht die Realität wider.

Berufsverband für Pflegeberufe: Pflegeberuf wird falsch dargestellt

Doch nicht nur aus dem Netz erntete die YouTube-Serie Missbilligung und Häme. Auch der Bundesverband für Pflegeberufe äußert sich empört: „Die Pflege ist kein Auffangbecken für alle Personen, denen an anderer Stelle keine Perspektive eröffnet wird.“ Außerdem würden „Selbstverständnis, Ethos und Pflegefachlichkeit der Berufsgruppe“ verletzt. Aua! Da wollte sich das Ministerium Themen wie Pflegenotstand und Fachkräftemangel mal ganz unkonventionell nähern, aber vergriff sich aber wohl ein wenig im Ton. Klarer Fall: Die Lage ist ernst, und es müssen dringend Kampagnen her, die eben nicht verstaubt sind und tatsächlich Jugendliche ansprechen. Aber dafür sollte sich die Zielgruppe auch ernstgenommen fühlen, denn sie merkt ganz genau, wenn sich angebiedert oder betont auf „cool“ gemacht wird. Nähe zu den Kids entsteht eben nicht nur, wenn man deren Lieblingskanäle – wie YouTube – nutzt, sondern der Content muss auch Substanz haben. Oder etwa nicht? Bekommen manche durch den „Fack ju Göhte“-Humor in „Ehrenpflegas“ doch mehr Bock auf die Ausbildung? Das bleibt natürlich abzuwarten, denn wie die Zielgruppe – nämlich Teenager – reagiert, muss sich noch zeigen. Fakt ist: Jede Aktion zählt, um Nachwuchs für die Pflegebranche zu gewinnen. Es bleibt also spannend.

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Keine Frage: Wer eine Pflegeausbildung machen will, muss viel mitbringen. Über unrealistische Darstellungen ihres Metiers ärgern sich Deutschlands Senioren-Stützer und Stations-Helden deshalb schon ein wenig. Die Branche ist eben was für Herzmenschen und Alles-Geber mit Idealismus, zupackenden Händen und Köpfchen. Da wird der Beruf eindeutig zur Berufung. Keiner weiß das besser als Sie – und Promedis24, der Profi der Arbeitnehmerüberlassung im Gesundheits- und Sozialbereich. Wir möchten Sie gern berufsglücklich machen! Profitieren Sie daher von unseren Kontakten und unserem Jobbaukasten: Sind Sie Moneten-Möger, Freizeit-Fanatiker und lieben Sie die eine oder andere Extra-Wurst? Kein Problem: Wir schneidern individuelle Jobmodelle nach Ihren Wünschen. Freuen Sie sich auf glitzernde Perspektiven und ein Rundum-Wunschlos-Paket mit Promedis24!

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