Erzieher und Therapeuten: Das Schulgeld und der Fachkräftemangel

Weil überall Fachkräfte fehlen, wird inzwischen nach Anreizen gesucht, um Menschen eine Ausbildung als Erzieher oder Therapeut schmackhaft zu machen. So forderte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey kürzlich, soziale Berufe aufzuwerten, Schulgeld abzuschaffen und eine Ausbildungsvergütung einzuführen. Den Ländern stellte sie 300 Millionen Euro für eine Fachkräfte-Offensive in Aussicht.

Hochrechnungen zufolge könnten bis 2025 in den Kitas bundesweit bis zu 270.000 neue Erzieher benötigt werden. Das liegt zum einen an der natürlichen Fluktuation, aber auch am wachsenden Bedarf und gestiegenen Ansprüchen an die Qualität der Kitas. Allein zwischen 2007 und 2017 stieg der Bedarf an Krippenplätzen um 137 Prozent. Das zu entrichtende Schulgeld für angehende Erzieher und Therapeuten beläuft sich zum Teil auf mehrere hundert Euro pro Monat. In Hamburg demonstrierten im Januar 2019 rund 350 Therapeuten für die Schulgeldfreiheit.

Ausbildungen in den Bundesländern unterschiedlich geregelt

In vielen typischen Ausbildungsberufen erhalten die Azubis ein Lehrgeld – auch wenn sie zwischendurch zur Berufsschule gehen. Die Erzieherausbildung dagegen erfolgt zum größten Teil schulisch, Geld gibt es bislang keins. Fachschulen von privaten und freien Trägern erheben zum Teil sogar ein Schulgeld. An einigen Schulen wird lediglich Geld für Lernmaterial und Klassenfahrten verlangt. Die Ausbildung zum Erzieher variiert erheblich je nach Vorbildung, Praxiserfahrung und Bundesland. Auch Quereinstiege sind möglich. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) empfindet es als eine Frage der Gerechtigkeit, die Ausbildung zum Erzieher angemessen zu vergüten. Wichtig ist der GEW gleichzeitig aber auch, Abstriche bei der Qualität der Ausbildung zu vermeiden.

In vielen Bundesländern wird bereits über die Abschaffung des Schulgelds in den Gesundheitsberufen debattiert. Zu diesen Berufen gehören etwa:

  • Physiotherapeuten (m/w/d)  
  • Ergotherapeuten (m/w/d)
  • Logopäden(m/w/d)
  • Masseure (m/w/d)
  • Podologen (m/w/d)

Eine einheitliche Regelung ist jedoch Fehlanzeige. Selbst in Ländern, wo man sich im Prinzip einig ist, dass das Schulgeld abgeschafft gehört, fehlt es zum Teil an Ideen, wie die Ausbildung stattdessen finanziert werden soll. Der Wegfall des Schulgeldes könnte die einzelnen Bundesländer mehrere Millionen Euro kosten. Falls Sie zu Stets-auf-dem-Laufenden-sein-Wollern gehören, dann finden Sie bei den Therapeuten am Limit  bestimmt den einen oder anderen hilfreichen Hinweis.

Beispiele: Maßnahmen und Kritik in den Ländern

Die Aktionsgruppe „Therapeuten am Limit“ beispielsweise kritisierte, dass Hamburg nicht alle Therapeuten einheitlich behandeln will – so sei mit einer Schulgeldbefreiung etwa für Polologen nicht zu rechnen, lediglich angehende Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten würden davon profitieren. Bis Ende Mai 2019 soll der Hamburger Senat eine auf zwei Jahre befristete Landesförderung für diese Berufe vorlegen. Die Hamburger Gesundheitsministerin betonte unterdessen, es sei ein Anachronismus, wenn junge Menschen Geld mitbringen müssen, um eine Ausbildung in einem Mangelberuf aufzunehmen.

Niedersachsen kündigte an, das Schulgeld für Erzieher abzuschaffen und 500 neue Ausbildungsplätze für sozialpädagogische Berufe zu schaffen. Der Niedersächsische Kulturminister befand das Schulgeld als ungerecht und nicht im Interesse des Landes. Aktuell werde eine berufsbegleitende und vergütete Ausbildungsvariante geprüft. Auch den Einstieg in die Schulgeldfreiheit bei den Gesundheitsberufen ist Niedersachsen angegangen: Ab dem Ausbildungsjahrgang 2019/20 soll das Schulgeld für Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und Podologen vom Land übernommen werden. Die Ausbildungskosten seien nicht mehr zeitgemäß und führten zu einer Zuspitzung des Personalmangels.

In NRW werden seit dem 19. Oktober 2018 auf Antrag 70 Prozent des Schulgelds erstattet in den Berufen Ergo- und Physiotherapie, Logopädie, Podologie, Masseure und medizinische Bademeister sowie pharmazeutisch-technische Assistenten.

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