Corona-Impfung ab 12 Jahren – aber keine Stiko-Empfehlung?

Mit dem Wegfall der Impfreihenfolge am 7. Juni sollen auch Kinder ab 12 Jahren ein Impfangebot erhalten, obwohl die Zulassung für die EU noch nicht finalisiert ist. Die Ständige Impfkommission Stiko ist skeptisch in Bezug auf Impfungen für die junge Altersgruppe. Was spricht also dagegen – und was dafür?

Impfen gegen Covid-19: EMA-Zulassung für Kinder naht

Als erster Impfstoffhersteller hat Biontech/Pfizer eine EU-Zulassung für 12- bis 15-Jährige beantragt. Eine Entscheidung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA steht unmittelbar bevor.
In Deutschland kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an, Kindern ab 12 Jahren bis Ende August ein Impfangebot machen zu wollen. Doch ausgerechnet die Stiko gibt sich verhalten: Wegen des unklaren Risikos wird die Kommission eine allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche wahrscheinlich nicht aussprechen. Aber wie kann das sein, nachdem Studien die sehr hohe Wirksamkeit des Biontech-Vakzins in dieser Gruppe belegen? Und ist die Impfung nach den Schulschließungen und deren dramatischen Folgen nicht die logische Konsequenz? Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens mahnt zur Vorsicht und sagte in einem Interview gegenüber „Deutschlandfunk“, es werden schließlich „keine Bonbons verteilt“, sondern es handele sich um einen medizinischen Eingriff. Und man müsse Kosten und Nutzen dieses Eingriffes sehr genau abwägen. Die Frage ist also: Wie hoch ist das Risiko für Kinder und Jugendliche, an Covid-19 zu erkranken? Und wie steht dieses Risiko im Verhältnis zu möglichen Nebenwirkungen einer Impfung?

Stiko: Studienlage für Impffolgen zu dünn

Tatsächlich gestaltet sich die Debatte schwierig, denn Kinder befinden sich noch im Wachstum, sind also keine Mini-Erwachsenen, und so lassen sich Impfdosen nicht einfach auf Körpergröße und Gewicht anpassen. Grundsätzlich sind für jedes Medikament vor der Zulassung eigene Studien für die Jüngsten vorgesehen. Biontech/Pfizer führte eine solche Studie durch – allerdings an lediglich 1000 Teenagern. Laut Stiko ist diese Zahl jedoch deutlich zu gering, um seltene Komplikationen nach einer Impfung vorhersagen zu können. Man warte lieber auf weitere Daten in Bezug auf Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit. Diese Daten werden zurzeit in weiteren Studien in den USA und Kanada gesammelt. Das bedeutet, dass es noch Monate dauern kann, bis die Stiko eine Impfempfehlung für die junge Altersgruppe ausspricht – und dann wahrscheinlich auch nur für chronisch kranke Kinder.

Politiker fordern Impfempfehlung für Kinder

In den USA wird die Impfung Kindern ab 12 Jahren bereits seit Mitte Mai verabreicht. Neben Biontech/Pfizer bemüht sich um eine Zulassung für Teenager nun auch der Mitstreiter Moderna. Dessen Vakzin ist ebenfalls ein mRNA-Impfstoff und dem Biontech-Präparat sehr ähnlich.

Die Zurückhaltung der Stiko sorgt unter den Länderchefs in Deutschland wiederum für Unverständnis. „Dass die ständige Impfkommission nun plötzlich den Sinn einer flächendeckenden Impfung von Schülerinnen und Schülern grundsätzlich infrage stellt, irritiert mich und auch viele andere Menschen“, sagte etwa Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil in einem Interview.

Bei Kindern immer noch hohe Inzidenz

Solche Forderungen sind nicht unfundiert, schließlich ist die Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen laut Robert-Koch-Institut (RKI) immer noch gefährlich hoch: Aktuell beträgt sie bei den 15- bis 19-Jährigen 98, bei den 10- bis 14-Jährigen sogar 100,9. Der Grund ist dem RKI zufolge die Öffnung der Schulen für den Präsenzunterricht. Unterdessen befindet sich die bundesweite Inzidenz bei Erwachsenen auf Sinkflug und beträgt nur noch 41 (Stand: 27.5.21). Nicht zu vergessen die Gefahr, die eine Covid-19-Erkrankung auch für Kindern bedeutet. Vor allem kleinere Kinder sind von dem seltenen pädiatrischen Multisystem-Inflammationssyndrom (PIMS) betroffen. Die Spätfolgen dieser Corona-Folgeerkrankung sind noch nicht absehbar.

Wie gefährdet sind Kinder wirklich?

Und dennoch: Kinder und Teenager erkranken erwiesenermaßen deutlich seltener an Covid-19 als Erwachsene – und eben auch noch viel seltener mit schwerem Verlauf.
Ein Argument gegen eine Impfempfehlung ist, dass die Jüngsten sowieso stark davon profitieren werden, wenn Ältere geimpft sind. Wenn also eine Herdenimmunität unter Erwachsenen herrscht, müssten Kinder nicht unbedingt auch geimpft werden. Virologe Christian Drosten spricht vom Durchbrechen eines Ping-Pong-Effekts zwischen Schulen und Familien. Wenn also bis voraussichtlich Herbst die meisten Eltern geimpft seien, so könne diese Abschirmung der Haushalte auch den Schulbetrieb schützen.

Kaum ausgesprochen, sorgt das Impfangebot für die Jüngeren zu neuen Debatten. Denn: Eine eigene Impfkampagne für Kinder und Jugendliche mit extra Impfstoff soll es nicht geben. Das heißt, das ohnehin schon knappe Gut muss jetzt auf alle Impfwilligen verteilt werden, und es können keine schnellen Termine gewährleistet werden. Erste Kritik der SPD: „Das Bundesgesundheitsministerium hat zu viel versprochen. Es gibt nicht mehr Impfstoff.“ So bleibt das Thema also für alle spannend…

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