Cannabis heute: Von der Einstiegsdroge zur gefragten Medizin

Cannabis gilt heute als meistgenutztes illegales Rauschmittel und hat zugleich eine über Jahrtausende zurückreichende Geschichte als Nutzpflanze und Heilmittel zur Linderung von Erkrankungen. Inzwischen gibt es wieder einen neuen Trend: Immer mehr Staaten legalisieren Anbau, Verkauf, Besitz und Konsum von Cannabis – unter anderem Kanada und Uruguay sowie verschiedene US-Staaten wie etwa Colorado und Kalifornien. Auch in Deutschland konsumieren Millionen Menschen gelegentlich oder regelmäßig Cannabis. Eine umfassende Legalisierung ist jedoch nicht in Sicht. Einige Oppositionsparteien zeigen sich allerdings liberal.

Immerhin: Seit März 2017 ist Cannabis in deutschen Apotheken auf Rezept erhältlich. 2018 stellten die Ärzte rund 142 000 entsprechende Rezepte aus. Das ist zulässig, wenn andere Medikamente nicht wirken oder zu hohe Nebenwirkungen damit einhergehen. Zwei Drittel der Anträge auf Kostenerstattung werden von den Krankenkassen durchgewinkt. Die Nachfrage ist inzwischen so groß, dass es Lieferengpässe gibt. Daher soll nun auch in Deutschland medizinischer Hanf angebaut werden. Im schleswig-holsteinischen Neumünster entsteht aktuell eine genehmigte Plantage. Die erste Ernte wird für Ende 2020 anvisiert. Grundsätzlich bleibt der Anbau von Hanf jedoch verboten.

Was genau ist eigentlich Cannabis?

Rund um das Thema Cannabis kursieren zahllose Begriffe wie etwa Gras und Dope. Bedeutsam ist jedoch vor allem die Unterscheidung von Marihuana und Haschisch. Mit Marihuana bezeichnet man die getrockneten Blüten der weiblichen Hanfpflanze, die in der Regel grün oder braun gefärbt sind. Das Wort Marihuana stammt aus dem Spanischen und bedeutet Hanf. Unter Haschisch versteht man hierzulande das gepresste Harz der Pflanze, ein meist grau-brauner oder schwarzer Klumpen. Das Wort Haschisch stammt aus dem Arabischen, bedeutet Kraut und bezeichnet in arabischsprachigen Regionen ebenfalls die gesamte Hanfpflanze.

Entscheidender Wirkstoff ist neben dem CBD (Cannabidiol) vor allem das THC (Tetrahydrocannabinol). Marihuana enthält typischerweise zwischen drei und 15 Prozent THC. Haschisch hat meist einen höheren THC-Gehalt als Marihuana. Wird Cannabis geraucht, setzt nach etwa zehn Minuten ein Rausch ein. Beim Verzehr kann sich die Wirkung bis zu einer Stunde verzögern, hält dafür länger an. Weitere Informationen finden Sie beim europäischen EMCDDA, oder beim Hanfverband.  In Berlin gibt es auch ein Hanf-Museum

Vorteile und Risiken des Cannabis-Konsums

Cannabis wurde im Laufe der vergangenen viereinhalbtausend Jahre immer wieder als Heilmittel verwendet – etwa im alten China, im Römischen Reich, im Mittelalter und im 20. Jahrhundert. Man nutzte es bereits zur Linderung von Erkrankungen wie Malaria, Epilepsie, Rheuma, Krebs, Multiple Sklerose oder AIDS. Cannabis wird eine beruhigende, schmerzlindernde, stimmungsaufhellende und appetitanregende Wirkung zugeschrieben. Nebenwirkungen gelten als vergleichsweise gering.

Der Konsum von Cannabis ist auf der anderen Seite nicht ganz risikofrei. Das Rauchen etwa soll Atemwegserkrankungen oder auch Krebs fördern. Darüber hinaus kann er Psychosen auslösen, abhängig machen und Probleme mit der Alltagsbewältigung verursachen. Während die Gefahr körperlicher Abhängigkeit als gering eingestuft wird, ist die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit größer. Aufgrund von verringerter Konzentrationsfähigkeit sollte man nach dem Konsum von Cannabis auch nicht Auto fahren. Wenn bei einer Verkehrskontrolle Cannabis nachgewiesen wird, kann das weit reichende Folgen haben. Lange wurde Cannabis als Einstiegsdroge bezeichnet, doch das ist inzwischen hoch umstritten.

Cannabis – eine wechselvolle Geschichte

In Deutschland hatten die Apotheken seit 1872 die Erlaubnis, Indischen Hanf zu verkaufen. Doch bereits auf der Ersten Internationalen Opiumkonferenz 1911/12 in Den Haag wurde vorgeschlagen, Cannabis zu verbieten – allerdings zunächst folgenlos. Erst die Genfer Opiumkonferenz des Jahres 1924 stellte Cannabis auf eine Stufe mit Heroin und Kokain. Ende 1929 wurde dann der Cannabisbesitz in Deutschland unter Strafe gestellt. Mit einem Rezept war Cannabis jedoch weiterhin in Apotheken erhältlich. Nach dem Zweiten Weltkrieg aber kam medizinischer Hanf aus der Mode und wurde erst von den 68ern wiederbelebt.

1971 wurde Cannabis in Deutschland dann komplett verboten, 1982 stellte das deutsche Betäubungsmittelgesetz auch den Anbau von Hanf unter Strafe. Hanfpflanzen mit einem Wirkstoffgehalt unter 0,3 Prozent durften ab 1996 jedoch wieder angebaut werden. Sie dienen unter anderem als Dämm- und Verbundwerkstoff. Seit März 2017 ist es Ärzten in Deutschland gestattet, Cannabis zur Linderung von Erkrankungen zu verschreiben. Viele Menschen streben eine generelle Legalisierung von Cannabis an. Dies konnte sich bislang allerdings nicht durchsetzen.

Vor- und Nachteile der Legalisierung von Cannabis

Die Legalisierung von Cannabis ist äußerst umstritten. Letztlich ist es die Entscheidung des Gesetzgebers, ob ein Wirkstoff legal oder illegal konsumiert werden kann. In Deutschland ist der Konsum von Alkohol und Zigaretten legal, obwohl auch Nikotin und Alkohol abhängig machen und andere gesundheitsschädliche Effekte haben können. Das körperliche Suchtrisiko ist bei Nikotin und Alkohol sogar größer als bei Cannabis.

Zu den Nachteilen einer Legalisierung von Cannabis zählt neben den oben erwähnten Gesundheitsrisiken und der Gefahr der psychischen Abhängigkeit etwa auch die unzureichend erforschte Langzeitwirkung des Cannabiskonsums. Vorteile der Legalisierung wären unter anderem die Möglichkeit der Vergabe von Lizenzen, eine bessere Qualitätskontrolle und ein verbesserter Jugendschutz. Vor allem müsste sich niemand für den Konsum von Cannabis in ein kriminelles Milieu begeben. Dem Schwarzmarkt würde die Grundlage entzogen werden. Polizei und Justiz würden entlastet werden. Darüber hinaus könnte der Staat Steuereinnahmen generieren.

Ärzte helfen Patienten – Promedis24 hilft Ärzten

Aktuell liegt in Deutschland eine große Verantwortung bei den Ärzten: Sie entscheiden darüber, ob die Voraussetzungen vorliegen für ein Rezept, mit dem ihre Patienten in der Apotheke Cannabis zur Linderung ihrer Beschwerden erhalten können, und das von den Krankenkassen auch anerkannt wird. So lange Cannabis in Deutschland nur zu medizinischen Zwecken erlaubt ist, werden die Ärzte immer wieder vor diese Entscheidung gestellt werden. Sie müssen sich mit Cannabis als Heilmittel auskennen und stets über neue Gesetze auf dem Laufenden bleiben.

Ganz egal, in welche Richtung sich die Geschichte der Hanfpflanze und des medizinischen Cannabis weiterentwickelt: Es ist an der Zeit, auch etwas für die Herzmenschen im Arztkittel zu tun. Wir von Promedis24 tun das schon länger – indem wir sie dabei unterstützen, wahre Traumjobs zu finden. Jobs, die rundum glücklich und zufrieden machen. Denn wir wissen: Wer mit sich im Reinen ist, kann Energie und Aufmerksamkeit voll und ganz an seine Patienten verschenken. So haben am Ende alle etwas davon!

Wissensdurst? Hier geht es weiter...

Entdecken Sie jetzt die vielfältigen Möglichkeiten in der wunderbaren Welt von Promedis24