Bertelsmann-Ländermonitoring: Qualität in Kitas ist nicht gut genug

Erzieher dringend benötigt! Und zwar bundesweit! So lautet das Ergebnis einer neuen Bertelsmann-Studie, die sich mit der Qualität deutscher Kitas beschäftigt.

Jetzt mal nicht gleich in Panik geraten, liebe Eltern! Eure Kinder sind gut betreut. Schließlich gibt es so viele kompetente und engagierte Herzmenschen in Deutschlands Kindertagesstätten, die täglich ihr Bestes geben. Sie sind Spielkameraden, Förderer und Halt-Geber. Trotzdem: Da ist noch viel Luft nach oben – keiner weiß das besser als die Erzieher selbst.

Laut Studie zu hoher Personalschlüssel

Seit 2008 erhebt die Bertelsmann-Stiftung mit ihrem „Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme“ die Betreuungsqualität in deutschen Kitas. Aus der gerade veröffentlichten Studie geht hervor, dass viele Kindergärten und Krippen nur eingeschränkt ihren Bildungsauftrag umsetzen können. Gründe sind die oftmals nicht kindgerechten Personalschlüssel und zu große Gruppen. Am Erhebungsstichttag im März 2019 kamen 4,2 Krippenkinder und im Kindergarten 8,8 Kinder auf eine Erziehungsperson. Immerhin ist eine Verbesserung zu den Vorjahren zu erkennen, aber die Experten der Bertelsmann Stiftung monieren weiterhin: Der Betreuungsschlüssel ist immer noch zu hoch. Empfohlen wird für Krippenkinder ein Schlüssel von 1:3, bei Kindergartenkindern eine Relation von 1:7,5. Nicht zu vergessen, dass Erzieher häufig auch mit einspringen, wenn Kollegen krank oder schlicht nicht genügend Stellen besetzt sind. Da werden schnell mal Formalitäten über Bord geworfen, und die Erzieherin muss sich um noch mehr Kinder kümmern als eigentlich vorgesehen.

Große regionale Unterschiede bei Gruppengrößen

Die gute Nachricht: Es sieht nicht überall schlecht aus. So kommen etwa in Bremen nur drei Krippenkinder auf eine Fachkraft. Tatsächlich fallen die Ergebnisse regional sehr unterschiedlich aus. Die meisten Kinder – ganze sechs! – muss ein Erzieher in   Mecklenburg-Vorpommern im Schnitt betreuen. Dort ist die Situation im Kindergartenbereich sogar noch desolater mit einem Personalschlüssel von 1:12,9. Im Vergleich zu Baden-Württemberg mit 1: 6,9.

Was die Gruppengrößen betrifft, unterscheiden sich die einzelnen Bundesländer ebenfalls erheblich: Eine bayerische Kindergartengruppe zählt im Durchschnitt ganze 24 Steppkes, in Brandenburg dagegen nur 15. In Krippen in Niedersachsen, Hamburg und Sachsen-Anhalt werden im Schnitt 13 Kleinkinder betreut, in Hessen und Rheinland-Pfalz nur zehn.

Der Kritikpunkt der am „Ländermonitoring“ beteiligten Forscher und Pädagogen lautet, dass sowohl Kinder als auch Erzieher leiden: Das Stresslevel ist hoch, der Lärmpegel sowieso, und das intensive Kümmern und Fördern einzelner Kinder bleibt auf der Strecke. „Den pädagogisch Tätigen gelingt es aufgrund personeller Unterbesetzung nicht mehr, das einzelne Kind und seine Bedürfnisse in den Blick zu nehmen, sondern das pädagogische Handeln richtet sich auf die ganze Gruppe oder auf ausgewählte Untergruppen“, heißt es in der Studie. 

Qualität verbessern – auch Aufgabe des Bundes?

Wie gut ausgebildet ist das Betreuungspersonal in den deutschen Kitas? Auch die tatsächliche Qualität der Betreuung wurde unter die Lupe genommen. Bertelsmann-Vorstand Jörg Dräger kritisiert: „Es gibt keine bundeseinheitlichen Qualitätsstandards für das Personal.“ So wird viel mit Assistenten und auch Auszubildenden abgedeckt. Dies führe, gepaart mit dem Mangel, dazu, dass vielleicht nicht immer ganz genau hingeschaut werde, ob der gesetzliche Bildungsauftrag sinnvoll und mit den richtigen Menschen erfüllt werden könne. Hier punkten die ostdeutschen Länder. Zwar stellt dort häufig ein zu hoher Personalschlüssel ein Problem dar, doch gibt es deutlich qualifizierteres Personal. Im Vergleich: In Bayern sind 37 Prozent des Personals Assistenzkräfte, in ostdeutschen Bundesländern hingegen nur zwei.

Was muss sich also tun, um die bundesweiten Ungleichheiten zu beseitigen? Bildung ist Ländersache, eine flächendeckende Lösung kann es im föderalistischen Deutschland also nicht geben. Einheitliche Standards sind auch im „Gute-Kita-Gesetz“ von Familienministerin Franziska Giffey nicht formuliert. Bertelsmann-Chef Dräger wünscht sich, dass alle politischen Ebenen zusammenwirkten und Kitas als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge ausreichend finanziert werden.  „Auch wenn in den vergangenen Jahren schon viel für die Kitas getan wurde: Es reicht noch nicht. Gute pädagogische Arbeit für die Kleinsten geht nur mit zusätzlichen Mitteln und braucht auch die angemessene und dauerhafte Finanzierungsbeteiligung des Bundes.“

Traumjobs in Kitas zu Top-Konditionen suchen – und bei Promedis24 fündig werden!

Fachkräftemangel? Zu große Gruppen? Zu wenig Zeit für die einzelnen Knirpse? Das kennen die Meilenstein-Begleiter, Tränen-Trockner und Schnodder-Wegwischer der Nation nur zu gut. Und freuen sich, wenn das im öffentlichen Bewusstsein endlich ankommt. Pädagogische Fachkräfte wollen ihren Job gut machen – fordern aber auch die richtigen Bedingungen dafür. Wer den sicheren Weg ins Berufsglück gehen möchte, wendet sich an Promedis24, den Profi der Arbeitnehmerüberlassung im Sozial- und Gesundheitswesen. Gesunde Work-Life-Balance, Wunscharbeitszeiten und tolles Betriebsklima gewünscht? Das gibt es bei Promedis24. Machen Sie einfach einen kostenlosen Beratungstermin und lassen Sie sich doch auch mal betreuen!

Wissensdurst? Hier geht es weiter...

Entdecken Sie jetzt die vielfältigen Möglichkeiten in der wunderbaren Welt von Promedis24